Erdrauch, Kraut, geschnitten, bio-100g
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Indikation
appetit- und verdauungsfördernd
Anwendung
2 Teelöffel auf 250 ml heißes Wasser (80°C) geben und 10 Minuten ziehen lassen, anschließend abseihen.
Bei Bedarf bis zu 3 Tassen Tee pro Tag trinken.
Heilkräuter-Beschreibung
Geschichte:
Schon in der Antike galt der Erdrauch als wichtige und geehrte Heilpflanze bei Lebererkrankungen. Sowohl die alten griechischen und römischen, wie auch die arabischen Ärzte gebrauchten das Erdrauchkraut als Blutreinigungsmittel um eine reine Haut zu erzielen, sowie unter anderem bei Melancholie, Leber- und Milzerkrankungen, Geschwüren und Hautausschlägen. Heutzutage wird der Erdrauch jedoch eher selten verwendet, weil der Hauptwirkstoff, das Alkaloid Fumarin, im Ruf steht, leicht giftig zu sein. Diesen Ruf teilt das Fumarin jedoch mit zahlreichen anderen Pflanzenwirkstoffen, denn alles was wirken soll, ist naturgemäß in höherer Dosierung giftig, wie schon Paracelsus wusste. Der Name Erdrauch (fumus, lat. = Rauch) soll darauf zurückzuführen sein, dass die wie angeräuchert erscheinenden graugrünen Blätter aus der Ferne wie Rauch erscheinen.
Vorkommen:
Der gewöhnliche Erdrauch ist in Europa und Asien heimisch und heute weltweit verbreitet. Er wächst bevorzugt an nährstoffreichen, kultivierten Stellen. Daher ist er vor allem an Ackerrändern, in Gärten und Weinbergen anzutreffen.
Pflanzenfamilie:
Erdrauchgewächse = Fumaria
Umgangssprachliche Namen:
Fumitory (engl.), Ackerraute, Brutkraut, Butterbrötla, Echter -, Gemeiner -, Gewöhnlicher Erdrauch, Erdgalle, Erdraute, Feldraute, Fenchelkraut, Finsterkraut, Ful Gret, Grindkraut, Katzekirwel, Kratzheil, Krätzekraut, Sperrmäuler, Taubenkerbel, Taubenkropf, Wille Rute.
Botanische Beschreibung:
Der Gemeine Erdrauch (Fumaria officinalis) ist eine 30- 50 cm hohe kahle, einjährige, blaugrünbereifte, ein- oder mehrstängelige Heilpflanze. Der etwas gerillte Stängel ist aufrecht, jedoch schwach und fast klimmend. Die Blattspreite der wechselständigen, gestielten Laubblätter ist doppelt gefiedert und hat 2- 3 mm breite Zipfel. Die Blüten sind in mehreren 10- 50 blütigen, blattachselständigen, aufrechten Trauben angeordnet, die den Blättern gegenüberstehen. Die Einzelblüten sind asymetrisch und erinnern an Lippenblüten. Die Kelchblätter sind 2- 3 mm lang, lanzettlich- eiförmig und gezähnt. Die 4 Kronblätter stehen in zwei Kreisen. Das eine der beiden äußeren, purpurroten, an der Spitze dunkelroten bis schwarzen Kronblätter, hat einen kurzen, stumpfen Sporn. Die inneren Kronblätter sind an der Spitze verwachsen und genauso gefärbt wie die äußeren. Das eine der beiden dreiteiligen Staubblätter ragt bis zum Sporn, wo es Nektar absondert, um Insekten zur Bestäubung anzulocken. Oft erfolgt aber auch Selbstbestäubung. Aus dem aus zwei Fruchtblättern entstandenen Fruchtknoten, wird ein kugeliges, 2- 3 mm breites Nüßchen. Diese kleinen Früchte erscheinen schon während der Blütezeit im Sommer, etwa zwischen April und Oktober, wenn der Erdrauch mit roten Blüten blüht.
angewandter Pflanzenteil:
Medizinisch verwendet werden die während der Blütezeit gesammelten oberirdischen Pflanzenteile des Erdrauchs.
Wirkstoff/Sammelzeit:
Blüte- und Sammelzeit ist zwischen April und Oktober.
Inhaltsstoffe:
Fumarin, Protopin, Fumarsäure, Gerbsäure, Schleim, Verschiedene Benzylisochinolalkaloide mit dem Hauptalkaloid Protopin, daneben Aminosäuren, Bitterstoffe und Flavanoide.
Den Alkaloiden wird eine leicht spasmolytische Wirkung auf die Gallenwege und am oberen Verdauungstrakt zugeschrieben.
Medizinische Eigenschaften:
Blutreinigend, harntreibend, krampflösend, schweißtreibend, Appetit- und Verdauungsfördernd.
Für Erdrauchkraut sind leichte spasmolytische (krampflösende) Effekte im oberen Verdauungstrakt, insbesondere im Bereich der Gallenwege, erwiesen. Ebenso wirkt die Droge harntreibend. Diese schwach diuretische (harntreibend) oder laxierende (abführend) Wirkungen sind allerdings nicht hinreichend belegt. Die Wirkung beruht auf sieben verschiedenen Alkaloiden, von denen das Protopin hierfür besonders wichtig ist. Eine besondere Rolle spielt auch die in größerer Menge in der Pflanze enthaltene Fumarsäure. Der Gesamtextrakt findet auch Anwendung als Spasmolytikum. Die Droge hat krampflösende, und die Gallenproduktion anregende Eigenschaften. Ferner wurden anticholinerge, antiarrhythmische, antibakterielle sowie GABA- stimulierende Effekte beschrieben. Synthetische Fumarsäure ist Bestandteil von modernen Arzneimitteln für Schuppenflechte und Ekzeme.
Anwendung und Dosierung:
Gallenschwäche, Verstopfung, Würmer, Hämorrhoiden, Leberschwäche, Gallenkoliken, Migräne, Depressionen, Hypochondrie, Hautprobleme, Hautentzündungen, Ekzeme.
Der Erdrauch hat eine ausgeprägte Wirkung auf die Funktion der Gallenblase. Die Wirkung ist regulierend, das heißt, eine zu starke Gallensekretion durch die Leber wird abgemildert, eine zu schwache Gallenfunktion wird verstärkt. Auch der Abfluss des Gallensaftes in den Darm wird durch den Erdrauch erleichtert. Das Erdrauch- Kraut wird allgemeinhin als blutreinigend bezeichnet. Hauptsächlich ist es gut für akute und chronische Gallenwegserkrankungen. Deshalb ist auch die gute Wirkung bei biliärer (gallenblasenbedingter) Migräne sowie beim rechtsseitigen, supraorbitalen (über dem Auge) Kopfschmerz bekannt. Außerdem hilft Erdrauch bei Verstopfung und anderen Problemen des Verdauungsapparates. Hinzu kommt die Anwendung bei depressiven Verstimmungen.
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1 Bewertung
9. Juni 2022 14:51
Kraut als Tee
Ich verwende das Erdrauchkraut in Verbindung mit Andornkraut als Detoxteemischung. Natürlich ist der Geschmack gewöhnungsbedürftig, aber die Leber freut sich!