Die Myrte zählt zu den klassischen Heil- und Kulturpflanzen des Mittelmeerraums. Schon in der Antike wurde sie in verschiedenen Kulturen geschätzt, sowohl als Zierpflanze als auch wegen ihrer aromatischen Eigenschaften. Besonders Blätter, Beeren und der daraus zubereitete Tee spielen in der traditionellen Pflanzenkunde eine Rolle.

In Zeiten von Stress, mentaler Belastung und einem hektischen Alltag interessieren sich viele Menschen für pflanzliche Möglichkeiten, die das persönliche Wohlbefinden unterstützen können. Die Myrte wird dabei seit Jahrhunderten in verschiedenen traditionellen Anwendungen genutzt.
Dieser Artikel gibt einen Überblick über Herkunft, Inhaltsstoffe und klassische Einsatzbereiche dieser vielseitigen Pflanze.

Herkunft und botanische Eigenschaften

Myrtus communis gehört zur Familie der Myrtengewächse (Myrtaceae). Ursprünglich stammt sie aus dem Mittelmeerraum, wo sie seit Jahrhunderten kultiviert und in Gärten sowie in der freien Natur zu finden ist. Besonders in Ländern wie Italien, Griechenland oder Spanien hat die Pflanze eine lange Tradition.

Die Myrte ist ein immergrüner Strauch, der unter günstigen Bedingungen mehrere Meter hoch wachsen kann. Charakteristisch sind ihre kleinen, glänzenden, dunkelgrünen Blätter, die einen intensiven, aromatischen Duft verströmen. Während der Blütezeit bildet die Pflanze weiße, sternförmige Blüten mit auffälligen Staubblättern.

Nach der Blüte entwickeln sich dunkle, blau-schwarze Früchte – die sogenannten Myrtebeeren. Diese enthalten ebenfalls aromatische Inhaltsstoffe und werden in verschiedenen traditionellen Anwendungen genutzt.

Wichtige Inhaltsstoffe

Die Myrte enthält eine Vielzahl sekundärer Pflanzenstoffe, die in der Naturheilkunde seit langem untersucht werden. Besonders in den Blättern finden sich verschiedene aromatische Verbindungen.

Zu den wichtigsten Inhaltsstoffen gehören:

  • ätherische Öle, darunter Myrtenol und Cineol
  • Gerbstoffe
  • Flavonoide
  • Bitterstoffe

Diese Stoffe tragen zum charakteristischen Duft der Pflanze bei und werden traditionell mit verschiedenen unterstützenden Eigenschaften in Verbindung gebracht. Viele pflanzliche Anwendungen basieren auf dieser Kombination natürlicher Inhaltsstoffe.

Myrtenol und Cineol – mögliche Wirkungen

Zwei der bekanntesten Bestandteile der ätherischen Öle der Pflanze sind Myrtenol und Cineol. Beide Stoffe kommen auch in anderen aromatischen Pflanzen vor und werden in der Pflanzenforschung regelmäßig untersucht.

Myrtenol gehört zur Gruppe der Monoterpen-Alkohole. In wissenschaftlichen Untersuchungen wird dieser Stoff unter anderem mit aromatischen und potenziell unterstützenden Eigenschaften für die Atemwege in Verbindung gebracht. Traditionell wird angenommen, dass Myrtenol zur Förderung einer freien Atmung beitragen kann.

Cineol (auch als 1,8-Cineol bekannt) ist ein Bestandteil vieler ätherischer Öle, zum Beispiel in Eukalyptus. In Studien wird Cineol häufig im Zusammenhang mit den Atemwegen untersucht. Dabei wird beschrieben, dass es zur Verflüssigung von Schleim beitragen und so das Abhusten erleichtern kann. Zudem wird diskutiert, dass Cineol eine beruhigende Wirkung auf gereizte Schleimhäute haben könnte.

Die genaue Wirkung einzelner Pflanzenstoffe im menschlichen Körper hängt jedoch von vielen Faktoren ab, etwa der Dosierung oder der individuellen Reaktion des Organismus.

Myrtenöl | Ätherische Öle | Neumond | Herbathek.com
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Tee: Traditionelle Zubereitung aus den Blättern

Eine der bekanntesten Anwendungen der Pflanze ist Tee. Er wird in der Regel aus getrockneten Blättern hergestellt und zeichnet sich durch ein mildes, aromatisches Geschmacksprofil aus.

Zubereitung

Die klassische Zubereitung erfolgt in wenigen Schritten:

  1. Einen-zwei Teelöffel getrocknete Blätter in eine Tasse geben.
  2. Mit etwa 250 ml heißem, nicht mehr kochendem Wasser (80°C) übergießen.
  3. Den Tee etwa 10 Minuten ziehen lassen.
  4. Anschließend abseihen und warm trinken.

Viele Menschen trinken den Tee bewusst in ruhigen Momenten des Tages, etwa am Abend oder während einer Entspannungsphase.

Traditionelle Verwendung bei Atemwegsbeschwerden

In der traditionellen Pflanzenkunde wird die Pflanze seit langem im Zusammenhang mit verschiedenen Beschwerden der Atemwege erwähnt. Historische Kräuterbücher und pflanzenkundliche Überlieferungen beschreiben ihre Verwendung insbesondere bei:

  • Bronchitis und Husten
  • Pilzerkrankungen der Lunge
  • Nasenschleimhaut- und Nasennebenhöhlenentzündungen

Dabei wurden vor allem die Blätter in Form von Tee, Aufgüssen oder anderen pflanzlichen Zubereitungen verwendet. Die enthaltenen ätherischen Öle sind für ihren aromatischen Charakter bekannt und spielen eine Rolle bei diesen traditionellen Anwendungen.

Solche Anwendungen stammen aus der traditionellen Pflanzenkunde und spiegeln überlieferte Erfahrungen wider.

Zitronenmyrtenblätter, geschnitten, bio | Frisch & intensiv aromatisch
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Hinweise zur Anwendung

Bei der Verwendung von pflanzlichen Produkten ist ein bewusster Umgang sinnvoll. Empfehlenswert ist es, auf hochwertige und möglichst naturbelassene Rohstoffe zu achten.

Zusätzlich gilt:

  • pflanzliche Zubereitungen maßvoll verwenden
  • individuelle Unverträglichkeiten berücksichtigen
  • bei bestehenden Erkrankungen fachlichen Rat einholen

Pflanzen wie die Myrtus communis L. können eine ergänzende Rolle im Alltag spielen, ersetzen jedoch keine medizinische Diagnose oder Behandlung.

Solltet ihr darüber hinaus Fragen zu den Produkten, der Anwendung oder der Wirkung unserer Produkte haben, sprecht uns gerne an.
Wir helfen gerne und wünschen euch viel Spaß mit unseren Produkten.

Autor: Jens Jakob, Diplom-Biologe & Kräuterexperte

Quelle u.a.: https://heilkraeuter.de/lexikon/myrte.htm