Löwenzahn-Öl selber machen

Neben dem Gänseblümchen oder der Brennnessel gibt es noch ein weiteres berühmtes Wildkraut, welches wir bereits als Kinder kennen und lieben lernen. Die Rede ist natürlich vom Löwenzahn. Mit seiner gelben Blüte, der Pusteblume und den markanten Blättern begegnet er uns auf nahezu sämtlichen Wiesen bereits kurz nach Frühlingsanfang. Was für viele nur störendes Unkraut ist, entpuppt sich jedoch als vielseitig einsetzbare Heilpflanze mit mannigfacher Wirkung.

Im Folgenden möchten wir Euch zeigen, wie Ihr euch ganz einfach einen Öl-Auszug aus Löwenzahn herstellen könnt, den ihr im Anschluss entweder direkt verwenden oder auch zu einer Löwenzahn-Salbe weiterverarbeiten könnt.

Schritt 1: Löwenzahn sammeln und trocknen

Für den Öl-Auszug benötigen wir große Mengen an Löwenzahn. Genauer gesagt eine große Menge Löwenzahnblüten. Da die Blüten sehr viel Wasser enthalten, müssen diese nach dem Sammeln noch getrocknet werden. Zu diesem Zweck könnt Ihr die Blüten entweder einige Tage auf Küchenpapier an einem warmen Ort, jedoch ohne direkte Sonneneinstrahlung trocknen lassen. Wenn es etwas schneller gehen soll, kann entweder ein Dörrautomat oder der Backofen helfen. Solltet Ihr euch für den Ofen entscheiden, empfehlen wir die Temperatur auf maximal 40 Grad zu stellen und zwischendurch den Ofen immer mal wieder zu öffnen, damit Feuchtigkeit entweichen kann.

Am Ende sollten eure Löwenzahnblüten in etwa wie folgt aussehen:

Wichtig: Die Blüten besitzen sehr viel Wasser, so dass auch das Trocknen im Ofen mehrere Stunden in Anspruch nehmen wird. Wer das Ganze etwas beschleunigen möchte, dem empfehlen wir unsere bereits getrockneten Löwenzahnblüten aus kontrolliert biologischem Anbau zu bestellen.

Schritt 2: Öl-Auszug herstellen

Nachdem wir über eine ausreichende Menge an Löwenzahnblüten verfügen, müssen diese in einem verschließbaren Glas mit Pflanzenöl aufgegossen werden. Welches Öl du nimmst, ist dir überlassen: Du kannst sowohl Sonnenblumenöl als auch Olivenöl, Sesamöl, Mandelöl oder ein anderes Öl deiner Wahl verwenden. Wichtig ist nur, dass die Blüten vollständig mit Öl bedeckt sind. In unserer Testküche haben wir uns übrigens für Olivenöl entschieden.

Um nun die Wirkstoffe des Löwenzahns aus den Blüten herauszulösen gibt es zwei Möglichkeiten. Für die langsame und etwas schonendere Methode zur Herstellung des Ölauszuges solltest du dir zwischen vier und sechs Wochen Zeit nehmen und die folgenden Schritte durchführen:

  1. Sorge dafür, dass alle Luftbläschen aus dem Glas verschwinden. Rühre dafür vorsichtig mit einem Holz- oder Glasstäbchen das Glas um.
  2. Verschließe das Glas und lagere es an einem warmen und gleichzeitig schattigen Ort.
  3. Prüfe mindestens jeden zweiten Tag, ob sich Kondenswasser auf der Innenseite des Glases gebildet hat. Falls Wasser vorhanden ist, öffne das Glas und wische das Kondenswasser vorsichtig mit einem Tuch ab. Danach muss das Glas wieder verschlossen und leicht geschüttelt werden. So wird das Herauslösen der Wirkstoffe begünstigt. Außerdem wird die Schimmelbildung vermieden. Sollte sich einmal Schimmel im Glas breit machen, ist das Produkt leider nicht weiter zu verwenden.
  4. Nach vier bis sechs Wochen ist der Löwenzahn Öl-Auszug (der übrigens auch Mazerat genannt wird) fertig.

Die etwas schnellere Alternative zu der eben vorgestellten Methode ist ein Heißauszug. Der Vorteil: Neben der geringen Wartezeit ist die  Gefahr der Schimmelbildung bei dieser Vorgehensweise nicht vorhanden. Für den Heißauszug sind die folgenden Schritte von Nöten:

  1. Stelle das Glas mit dem Öl und den Blüten geöffnet in einen Topf und fülle diesen Top etwa ¾ mit Wasser.
  2. Erwärme das Wasser im Topf auf etwa 80 Grad und lass dein Öl für mindestens eine Stunde  auf dem Herd ziehen.
  3. Sobald das Öl in deinem Glas abgekühlt ist muss das Glas verschlossen werden und noch einmal 2-4 Tage nachziehen.

Nachdem dein Auszug fertig ist kannst du ihn durch ein Küchentuch oder einen Kaffee- oder Tee-Filter abseihen. Vergiss nicht, auch die Blüten auszupressen, sobald das Öl aus dem Glas gelaufen ist.

Das so gewonnene Löwenzahn-Öl kannst du jetzt entweder weiterverarbeiten oder es direkt als Massageöl, bei Verspannungen oder auch bei Mückenstichen direkt auf der Haut einsetzen.

One Comment

  1. […] Für die genauen Mengen und die Details beim Vorgehen empfehlen wir das Rezept, das wir auf der Webseite der Herbathek gefunden […]

Leave A Comment