Koriander ist den meisten Menschen nur als Gewürz aus der asiatischen Küche bekannt, welches den fernöstlichen Speisen einen unverkennbaren Geschmack verleiht. Mit dem besonderen Aroma der Pflanze verbinden viele Menschen den Geruch von Seife. Verantwortlich dafür sind die in der Pflanze enthaltenen Aldehyde, die in ähnlicher Form ebenfalls in Seifen vorkommen können und bei einigen Menschen eine starke Abwehrreaktion im Körper hervorrufen können.
Was viele Menschen jedoch nicht wissen: Koriander ist nicht nur ein schmackhaftes Gewürz, sondern auch eine wirksame Heilpflanze, welche bereits im alten Ägypten zum Einsatz kam.

Wirkung

Die medizinische Wirkung wurde in der Vergangenheit aufgrund der sehr guten Nachweisbarkeit sogar von der staatlichen Kommission E bestätigt. In diesem Zusammenhang wurde die Heilpflanze vor allem bei Appetitlosigkeit sowie Dyspepsie (Verdauungsschwierigkeit) empfohlen.
Grund für die heilsame Wirkung ist die hohe Menge an enthaltenem Phytonährstoffen sowie die enthaltenen ätherischen Ölen. Dabei sollen Koriander vor allem bei Verdauungsproblemen wie zum Beispiel Blähungen, Durchfall oder einem Reizdarm helfen.
Darüber hinaus wirkt die Pflanze milchbildend, krampflösend, appetitfördernd und antibakteriell. Auch bei chronischen Entzündungskrankheiten wie zum Beispiel Rheuma kann Koriander Linderung verschaffen. Bei Infektionen sowie Entgiftungskuren hat sich der Einsatz über die Jahre bewährt.

Gegen Blähungen

Da Koriander zu den carminativen Heilpflanzen gehört, ist die Einnahme besonders für Menschen mit Verdauungsproblemen und insbesondere bei Blähungen zu empfehlen.

Bei Arthrose

Auch bei der Diagnose Arthrose gilt Koriander in Verbindung mit Cumin und Muskat als vielversprechendes Mittel. Stellen Sie dazu einfach eine Gewürzmischung her, die zu gleichen Teilen aus Koriander, Cumin (= Kreuzkümmel) und Muskat besteht. Diese Gewürzmischung soll bei ca. 80% der Arthrose-Patienten für eine Linderung der Beschwerden sorgen.

Bei Neurodermitis

Auch die Wirkung von Korianderöl bei der äußeren Anwendung ist inzwischen klinisch bestätigt worden. Leiden Sie unter Neurodermitis, lindert Korianderöl den Juckreiz und sorgt durch seinen aromatischen Duft für ein angenehmes Wohlbefinden beim Anwender. Als antiseptisches Mittel kann Korianderöl außerdem großflächig zur Hautpflege eingesetzt werden.

Bei Migräne

Auch bei Kopfschmerzen und Migräne kann die Heilpflanze helfen. Legen Sie dazu einige Samen in kochendes Wasser und inhalieren Sie den aufsteigenden Dampf. Noch wirksamer ist die Inhalation mit dem ätherischem Öl. Alternativ können Sie auch einen wohlschmeckenden Tee zu sich nehmen, um aktiv etwas gegen Ihre Kopfschmerzen zu unternehmen.

Bei Schwermetallausleitung

Unser Körper ist täglich einer Vielzahl von Schwermetallen wie zum Beispiel Quecksilber, Cadmium, Aluminium und Blei ausgesetzt, die wir über die Luft, Nahrungsmittel sowie unser Trinkwasser aufnehmen. Diese toxischen Schwermetalle können sich im Gewebe (vor allem Fettgewebe) ablagern, unser Immunsystem schwächen sowie langfristig Krankheiten wie Krebs oder Alzheimer auslösen. Koriander gehört zu den wenigen Heilkräutern, die Sie bei einer toxischen Schwermetallreinigung unterstützen können. Dabei sorgt die Pflanze für eine effektive Schwermetallausleitung aus unserem Körper. Es wird gesagt, dass die Inhaltsstoffe überhaupt die einzigen sind, die es schaffen, die Blut-Hirnschranke zu überwinden und somit auch Schwermetalle aus dem Fettgewebe der Nervenzellen (Myelinschicht) herauslösen können.

Anwendung & Zubereitung

Die einfachste Anwendung von Koriander ist als Küchenkraut. Würzen Sie dazu Ihre Speisen mit frischem oder gemahlenen Koriander. Lassen Sie Ihrer Fantasie freien Lauf und genießen Sie den intensiven aromatischen Geschmack. Alternativ lässt sich die Heilpflanze auch als Tinktur oder Tee einnehmen.

Tee aus Blättern

Die Zubereitung von Tee ist denkbar einfach. Übergießen Sie einfach ein bis zwei Teelöffel getrocknete Blätter mit einer Tasse kochendem Wasser. Nach zehn Minuten ist der Tee genießbar.

Tee aus den Samen

Für einen Tee aus den Samen müssen Sie im ersten Schritt die Samen in einem Mörser zerstoßen. Im Anschluss bringen Sie ein bis zwei Teelöffel Samen zusammen mit einer großen Tasse Wasser in einen Topf langsam zum Kochen. Sobald das Wasser kocht, können Sie den Herd von der Kochstelle nehmen und den Tee noch ca. 10 Minuten ziehen lassen.

Tinktur

Wer sich eine Tinktur selbst herzustellen möchte, übergießen bereits zerstoßene Samen und/oder Blätter in einem Schraubdeckelglas mit Doppelkorn oder Weingeist bis alle Pflanzenteile bedeckt sind. Lassen Sie die Mischung fest verschlossen etwa eine Woche an einem dunklen Ort ziehen.
Nach dem ziehen können Sie die Tinktur abseihen und in eine dunkle Flasche füllen.
Alternativ bieten wir Ihnen in unserem Shop bereits fertige und hochwertige Koriander-Tinkturen an.

Kochen mit den Blättern – Ceviche

Ein vor allem in Lateinamerika sehr beliebtes Gericht ist Ceviche. Die Grundlage hier ist 24h in Zitrone eingelegter roher Fisch oder Skampis. Diese werden dann mit Korianderblättern, Essig, Öl, Zwiebeln und grünem Paprika verfeinert und ergeben ein herrlich frisch schmeckendes Gericht, was kühl genossen wird.

Autor: Jens Jakob, Inhaber & Diplom-Biologe, Spezialisierung Heilkräuter

Quellen:

Al-Khayri, J. M., et al. (2023). Essential oil from Coriandrum sativum: A review on its phytochemistry and biological activity. Molecules, 28(2), 696. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/36677754/