Leuchtend blau, vielseitig einsetzbar und ein echter Blickfang – die Klitorienblüte, international besser bekannt als Butterfly Pea Flower, hat sich in den vergangenen Jahren zu einer der beliebtesten Blüten für Tee und kreative Getränke entwickelt. Ihren deutschen Namen Schmetterlingserbsenblüte verdankt sie der Pflanze Clitoria ternatea, einer tropischen Kletterpflanze mit auffallend intensiv gefärbten Blüten.

Während die Blüten in Südostasien bereits seit Jahrhunderten in der Küche und als traditionelle Teepflanze verwendet werden, entdecken inzwischen auch immer mehr Teeliebhaber in Europa die außergewöhnlichen Eigenschaften dieser Pflanze. Besonders bekannt ist die Klitorienblüte für ihr faszinierendes Farbspiel: Aus den tiefblauen Blüten entsteht ein intensiv blauer Tee, der sich mit wenigen Tropfen Zitronensaft in ein kräftiges Violett oder Pink verwandelt.

Doch die Butterfly Pea Flower überzeugt nicht nur optisch. Ihr angenehm milder Geschmack macht sie zu einer vielseitigen Zutat für Tees, Eistees, Cocktails, Desserts und viele weitere kreative Rezeptideen. Wer auf der Suche nach einem besonderen Naturprodukt ist, findet in der Schmetterlingserbsenblüte eine spannende Alternative zu klassischen Kräutertees.

Wir legen großen Wert auf sorgfältig ausgewählte Kräuter und Blüten. Unsere Klitorienblüten werden schonend verarbeitet, damit Farbe, Aroma und Qualität bestmöglich erhalten bleiben – für ein intensives Geschmackserlebnis in jeder Tasse. Auch dort, wo ein Produkt (wie hier) aus rechtlichen Gründen aktuell nicht als Lebensmittel angeboten werden darf.

Was ist Klitorienblüte?

Die Klitorienblüte stammt von der Pflanze Clitoria ternatea, einer mehrjährigen Kletterpflanze aus der Familie der Hülsenfrüchtler. Ihre Heimat findet die Pflanze im tropischen Asien – von Thailand über Vietnam bis nach Malaysia und Indien reicht ihr ursprüngliches Verbreitungsgebiet. Wegen ihrer auffälligen Blütenpracht wird sie mittlerweile aber weit über diese Region hinaus in warmen Klimazonen angebaut.

Charakteristisch für die Pflanze sind ihre großen, tiefblauen Blüten, deren besondere Form zur Namensgebung beigetragen hat. Genau diese Blüten werden nach der Ernte sorgfältig getrocknet und anschließend für Tee oder als natürliche Zutat in Lebensmitteln verwendet.

Besonders sind die natürlichen Pflanzenfarbstoffe, sogenannte Anthocyane. Diese wasserlöslichen Pigmente verleihen den Blüten ihre intensive blaue Farbe und reagieren auf Veränderungen des pH-Wertes. Wird beispielsweise Zitronensaft zum Tee gegeben, verändert sich die Farbe innerhalb weniger Sekunden von Blau zu Violett oder Pink. Dieser natürliche Effekt macht die Butterfly Pea Flower weltweit zu einer beliebten und experimentellen Zutat für außergewöhnliche Getränke und Speisen und das hat bereits eine lange Tradition.

Rund um den Globus trägt die Pflanze viele Namen: Wer im deutschsprachigen Raum von Schmetterlingserbse oder Blautee spricht, meint dieselbe Pflanze wie jene, die im Englischen als Butterfly Pea Flower, Blue Pea oder Asian Pigeonwings bekannt ist. In Indien wiederum kennt man sie unter ihrem Ayurveda-Namen Aparajita oder Shankhpushpi – ein Hinweis darauf, wie fest die Pflanze in unterschiedlichen Kulturkreisen verwurzelt ist.

Die Geschichte der Schmetterlingserbsenblüte

In vielen asiatischen Ländern gehört die Schmetterlingserbsenblüte seit Generationen zum Alltag. Vor allem in Thailand und Malaysia werden die Blüten traditionell genutzt, um Reisgerichte, Süßspeisen und Getränke auf natürliche Weise blau zu färben. Anders als künstliche Farbstoffe sorgt die Klitorienblüte für intensive Farben und bringt gleichzeitig einen angenehm milden Geschmack mit.

Auch in der modernen Küche erlebt die Pflanze seit einigen Jahren einen regelrechten Aufschwung. Cafés, Restaurants und Bars verwenden Butterfly Pea Flower für farbenfrohe Limonaden, Cocktails oder sogenannte Color-Changing Drinks. Das beeindruckende Farbspiel begeistert Gäste immer wieder und macht die Blüten zu einer beliebten Zutat für kreative Rezeptideen.

Blauer Tee – Warum begeistert Butterfly Pea Flower so viele Menschen?

Der sogenannte Blaue Tee gehört inzwischen zu den bekanntesten Anwendungen der Klitorienblüte. Bereits wenige Blüten reichen aus, um das Wasser in ein intensives Königsblau zu verwandeln.

Im Gegensatz zu schwarzem oder grünem Tee besitzt Butterfly Pea Flower einen angenehm dezenten Geschmack. Viele beschreiben ihn als leicht blumig mit einer sanften, erdigen Note. Gerade deshalb lässt sich die Schmetterlingserbsenblüte hervorragend mit anderen Kräutern und Früchten kombinieren.

Besonders beliebt sind Kombinationen mit:

  • Zitronengras
  • Ingwer
  • Minze
  • Zitronenmelisse
  • Hibiskus
  • Orange
  • Limette
  • Lavendel

Dadurch entstehen immer wieder neue Geschmacksrichtungen, ohne dass die charakteristische blaue Farbe verloren geht.

Warum verändert sich die Farbe des Tees?

Einer der faszinierendsten Effekte der Klitorienblüte ist ihr natürlicher Farbwechsel.

Der spektakuläre Farbwechsel der Klitorienblüte beruht auf einem natürlichen chemischen Prozess. Verantwortlich sind Anthocyane, genauer gesagt eine spezielle Gruppe dieser wasserlöslichen Pflanzenfarbstoffe, die sogenannten Ternatine. Sie verleihen den Blüten ihre charakteristische tiefblaue Farbe.

Anthocyane reagieren empfindlich auf den pH-Wert ihrer Umgebung. Dieser gibt an, ob eine Lösung eher sauer, neutral oder basisch ist. Wird die Klitorienblüte mit heißem Wasser aufgegossen, liegt der pH-Wert zunächst im neutralen Bereich – die Ternatine absorbieren und reflektieren das Licht so, dass der Tee intensiv blau erscheint.

Gibt man nun Zitronen- oder Limettensaft hinzu, sinkt der pH-Wert der Flüssigkeit. Die Wasserstoffionen (H⁺) aus der Säure verändern die chemische Struktur der Anthocyane. Dadurch verschiebt sich ihre Lichtabsorption: Statt überwiegend blaues Licht zu reflektieren, erscheinen die Farbstoffe nun violett bis pink. Je saurer die Lösung wird, desto stärker verändert sich der Farbton.

Dieser Effekt ist vollständig natürlich und reversibel. Er zeigt eindrucksvoll, wie empfindlich pflanzliche Farbpigmente auf ihre chemische Umgebung reagieren. Genau deshalb wird die Schmetterlingserbsenblüte nicht nur als Tee geschätzt, sondern auch als natürlicher Lebensmittelfarbstoff in Cocktails, Limonaden und Desserts eingesetzt – überall dort, wo ihr faszinierendes Farbspiel besonders gut zur Geltung kommt.

Gerade dieser Effekt macht Butterfly Pea Flower zu einer beliebten Zutat für Cocktails, Mocktails und Sommergetränke.

Welche Inhaltsstoffe enthält die Klitorienblüte noch?

Neben ihrer außergewöhnlichen Optik enthält die Schmetterlingserbsenblüte verschiedene natürliche Pflanzenstoffe. Besonders hervorzuheben sind die breits erwähnten Anthocyane, die nicht nur für die intensive Farbe verantwortlich sind, sondern auch zu den sekundären Pflanzenstoffen zählen.

Darüber hinaus enthält die Pflanze unter anderem:

  • natürliche Flavonoide,
  • verschiedene pflanzliche Farbpigmente,
  • Gerbstoffe,
  • Mineralstoffe in geringen Mengen sowie
  • weitere pflanzeneigene Inhaltsstoffe.

Die genaue Zusammensetzung kann, wie bei vielen Naturprodukten, je nach Anbaugebiet, Erntezeitpunkt und Verarbeitung leicht variieren.

Viele Menschen schätzen Butterfly Pea Flower vor allem als koffeinfreies Heißgetränk. Dadurch eignet sich der Tee sowohl tagsüber als auch am Abend und lässt sich hervorragend in eine abwechslungsreiche Teekultur integrieren.

Traditionelle Anwendung im Ayurveda

Besonders interessant ist der Blick nach Indien: Dort zählt Clitoria ternatea zu den am längsten überlieferten Pflanzen der ayurvedischen Tradition. Unter den Namen Shankhpushpi und Aparajita findet sie sich in den sogenannten Medhya Rasayanas wieder – einer Pflanzengruppe, der im Ayurveda traditionell eine unterstützende Rolle für Geist und geistige Klarheit zugeschrieben wird.

Neben ihrer Verwendung im Ayurveda spielt die Schmetterlingserbsenblüte auch in der traditionellen Volksmedizin vieler südostasiatischer Länder wie Thailand, Malaysia und Indonesien eine bedeutende Rolle. Dort werden verschiedene Pflanzenteile – insbesondere die Blüten, aber auch Blätter und Wurzeln – seit Generationen in unterschiedlichen traditionellen Zubereitungen verwendet. Darüber hinaus dienen die intensiv blauen Blüten seit jeher als natürlicher Farbstoff für Reisgerichte, Süßspeisen und Getränke und sind bis heute ein fester Bestandteil der regionalen Esskultur.

Aus wissenschaftlicher Sicht wird Clitoria ternatea heute zunehmend untersucht. Forschende interessieren sich insbesondere für ihre charakteristischen Anthocyane (Ternatine) sowie weitere sekundäre Pflanzenstoffe. Auch wenn bereits zahlreiche Labor- und präklinische Studien vorliegen, lassen sich daraus jedoch keine gesicherten Aussagen über gesundheitliche Wirkungen beim Menschen ableiten. Die traditionelle Verwendung basiert daher vor allem auf den langjährigen Erfahrungen der jeweiligen Medizinsysteme und sollte nicht mit wissenschaftlich nachgewiesenen medizinischen Effekten gleichgesetzt werden.

Auch außerhalb Indiens hat die Pflanze tiefe kulturelle Wurzeln: In Thailand etwa gehört der aus den Blüten gewonnene blaue Aufguss unter dem Namen Nam Dok Anchan seit Jahrhunderten zum festen Bestandteil der Trinkkultur – lange bevor Color-Changing Drinks in westlichen Cafés zum Trend wurden.

Rezept 1: Cremiger Butterfly Pea Latte (Blue Latte)

Hinweis: Die folgenden Rezepte zeigen, wie Butterfly Pea Flower international traditionell zubereitet wird. In der EU darf die Blüte aktuell nicht als Lebensmittel angeboten werden, die Rezepte dienen der Information, nicht als Kaufempfehlung.

Der Butterfly Pea Latte kann eine koffeinfreie Alternative zu klassischen Milchgetränken sein. Die Kombination aus der milden Schmetterlingserbsenblüte und cremiger Milch oder Pflanzenmilch ergibt ein angenehm sanftes Getränk mit einer beeindruckenden blauen Farbe.

Zutaten (1 Portion)

  • 6-8 getrocknete Klitorienblüten
  • 80 ml heißes Wasser (ca. 90 °C)
  • 200 ml Hafermilch, Mandelmilch oder Kuhmilch
  • 1 TL Ahornsirup oder Honig
  • ½ TL Vanilleextrakt
  • optional: eine Prise Zimt oder Kardamom

Zubereitung

  1. Die Klitorienblüten mit dem heißen Wasser übergießen und etwa 5-8 Minuten ziehen lassen. Anschließend die Blüten abseihen.
  2. Die Milch oder Pflanzenmilch erwärmen und bei Bedarf aufschäumen.
  3. Den Ahornsirup sowie den Vanilleextrakt in den blauen Blütentee einrühren.
  4. Den Tee in eine Tasse geben und anschließend die warme Milch langsam eingießen.
  5. Nach Belieben mit etwas Zimt oder Kardamom verfeinern.

Tipp: Für einen besonders schönen Schichteffekt zunächst kalte Milch mit Eiswürfeln in ein Glas geben und anschließend den blauen Tee langsam darüber gießen. So entsteht ein natürlicher Blue Latte mit beeindruckendem Farbverlauf.

Rezept 2: Farbwechselnde Butterfly Pea Lemonade

Dieses erfrischende Sommergetränk begeistert nicht nur geschmacklich, sondern auch durch seinen natürlichen Farbwechsel. Sobald Zitronensaft hinzugegeben wird, verwandelt sich das intensive Blau der Klitorienblüte in ein leuchtendes Violett – ein echter Hingucker auf jeder Gartenparty.

Zutaten (2 Gläser)

  • 10 getrocknete Klitorienblüten
  • 300 ml heißes Wasser
  • 250 ml Mineralwasser (mit oder ohne Kohlensäure)
  • Saft einer Bio-Zitrone
  • 2 TL Honig oder Agavendicksaft
  • Eiswürfel
  • frische Minze und Zitronenscheiben zum Garnieren

Zubereitung

  1. Die Klitorienblüten mit heißem Wasser übergießen und 7-10 Minuten ziehen lassen, bis ein kräftig blauer Tee entsteht.
  2. Den Tee vollständig abkühlen lassen.
  3. Den Honig einrühren und den Tee zusammen mit Eiswürfeln auf zwei Gläser verteilen.
  4. Mit Mineralwasser auffüllen.
  5. Erst direkt vor dem Servieren den frisch gepressten Zitronensaft hinzufügen und beobachten, wie sich das Getränk von Blau zu Violett verfärbt.
  6. Mit Minze und Zitronenscheiben garnieren.

Tipp: Wer einen besonders intensiven Farbwechsel erzielen möchte, kann den Zitronensaft erst am Tisch über das Getränk geben. Das sorgt für einen kleinen Überraschungseffekt und macht die Butterfly Pea Lemonade zum Highlight.

Meine erste Erfahrung mit Butterfly Pea Flower

Als ich die Klitorienblüte zum ersten Mal gesehen habe, war ich etwas skeptisch. Ein natürlich blauer Tee wirkt zunächst fast zu außergewöhnlich, um echt zu sein, da Blau in der Natur eher die Ausnahme ist. Schon beim Aufgießen zeigte sich jedoch ähnlich wie bei der blauen Malve das intensive Blau, das auf Fotos kaum so eindrucksvoll wirkt wie in der Realität.

Geschmacklich war ich überrascht: Statt eines kräftigen Kräutertees erwartet einen eine angenehm milde, leicht blumige Tasse. Besonders spannend wurde es für meinen Sohn, als ich einige Tropfen Zitronensaft hinzugegeben habe. Innerhalb weniger Sekunden wechselte die Farbe zu einem intensiven Violett, ein kleiner Effekt, der selbst nach mehreren Tassen immer wieder Freude macht.

Rechtlicher Hinweis: Aus rechtlichen Gründen weisen wir darauf hin, dass die Schmetterlingserbse in der EU nicht als Lebensmittel zugelassen ist. Wir dürfen Ihnen das Kraut daher leider nicht für die Zubereitung als Tee anbieten.

Bitte beachten Sie dazu folgenden Hinweis: „Die Herbathek arbeitet seit 1995 mit kritischen und mündigen Verbrauchern zusammen, die sich gerne vorab selbst informieren, dem tragen wir bis heute Rechnung und sind stets bemüht, unseren Kunden Recherchemöglichkeiten, Buchbezugsquellen, traditionelles Heilwissen, Hausmittel und innovative Rezepte für Ernährung, Kosmetik und gesunde Lebensführung aufzuzeigen. Wir vertrauen darauf, dass unsere langjährigen Kunden begeisterte Kräuterkundler sind und den reichhaltigen Schatz traditioneller Kräuterkunde verantwortungsbewusst für sich und ihr Gesundheitsverhalten anwenden und dabei die vielfältigen, auch volksheilkundlichen, Informationen zu Kräutern selbstkritisch auswerten. Hierzu beraten wir gerne und sind bei der Sichtung Ihrer Eigenrecherche behilflich.“ 

Autor:
Christoph Lüneburg ist Geschäftsführer der Herbathek und seit über 15 Jahren in der Welt der Heilkräuter zuhause. Seine Texte verbinden wissenschaftliche Grundlagen & Praxis.

Quellen:

Mukherjee PK, Kumar V, Kumar NS, Heinrich M. The Ayurvedic medicine Clitoria ternatea – from traditional use to scientific assessment. Journal of Ethnopharmacology. 2008;120(3):291-301. PubMed: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/18926895/

Diese meistzitierte Übersichtsarbeit zur Pflanze dokumentiert die traditionelle Verwendung als Medhya Rasayana im Ayurveda und ordnet die präklinischen Studiendaten ein. Die Autoren betonen ausdrücklich, dass belastbare klinische Humanstudien fehlen, was die vorsichtige Formulierung zur traditionellen Verwendung im Artikel wissenschaftlich stützt.

Nair V, Bang WY, Schreckinger E, Andarwulan N, Cisneros-Zevallos L. Protective role of ternatin anthocyanins and quercetin glycosides from butterfly pea (Clitoria ternatea) blue flower petals against lipopolysaccharide (LPS)-induced inflammation in macrophage cells. Journal of Agricultural and Food Chemistry. 2015;63(28):6355-6365. PubMed: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/26120869/